Der Girls´ Day und der Boys´ Day

Der Girls´ Day – ein Tag nur für Mädchen

Bereits vor 15 Jahren fand der erste Girls´ Day in Deutschland statt. Seitdem wird der Mädchen-Zukunftstag einmal jährlich durchgeführt. In mittlerweile mehr als 20 Ländern finden Veranstaltungen wie der Girls´ Day statt.

Am Girls´ Day kannst du ab der 5. Klasse Einblicke in Berufsfelder gewinnen, die sonst im Rahmen der allgemeinen Berufsorientierung vielleicht nicht unbedingt in den Fokus deiner Aufmerksamkeit gelangen. Bis zur 10. Klasse können du und deine Klassenkameradinnen am Girls´ Day an bundesweiten Aktionen teilnehmen. Einmal am Tag schwirrt ihr dann aus und nehmt an Veranstaltungen in eurer Nähe teil.

Die  OrganisatorInnen des Girls´ Days, die übrigens von Bielefeld aus alle Abläufe koordinieren, haben einen sogenannten Girls´-Day-Radar geschaffen, in dem alle Aktionen im gesamten Bundesgebiet zu finden sind. Hier kannst du die passende Veranstaltung in deiner Nähe finden und dich direkt anmelden, wenn du dich für eine Teilnahme am Girls´ Day interessierst. Du findest nichts Passendes in deiner Region? Dann mach dich selbst auf die Suche und frag bei Firmen in deinem Umfeld nach, ob diese ein Angebot zum Girls´ Day machen wollen.

Nachdem mit der Schule abgesprochen wurde, dass du für die Teilnahme am Girls´ Day von der Schule freigestellt wirst, kannst du über den Girls´-Day-Radar das für dich passendste Angebot finden.

Viele technische Unternehmen, aber auch Universitäten und Forschungszentren stellen am Girls´ Day sich und ihre Arbeit vor. Die große Resonanz der letzten Jahre zeigt, dass der Girls´ Day ein notwendiger Teil gleichberechtigender und empowernder Berufsorientierung für Mädchen und junge Frauen ist. Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Girls´ Days ist ausschließlich Schülerinnen vorbehalten. Der Grund dafür liegt darin, dass sich immer wieder gezeigt hat, dass Schülerinnen unter sich weniger Berührungsängste haben und selbstverständlicher an die Aufgaben im Technikbereich wagen.

Der Girls´ Day wurde ins Leben gerufen, weil Mädchen immer noch zu wenig in naturwissenschaftlich-technischen Berufen zu finden sind. Sie schneiden in der Schule in der Regel notenmäßig besser ab als ihre gleichaltrigen männlichen Klassenkameraden, schöpfen bei der späteren Berufswahl aber nicht alle Möglichkeiten aus. In den Ingenieursberufen oder der Informatik beispielsweise sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Gerade in diesen Bereichen werden sie aber von den Unternehmen gebraucht, denn diese verzeichnen einen immer größer werdenden Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Deswegen wurde mit dem Girls´ Day eine Möglichkeit geschaffen, Mädchen und jungen Frauen diese Bereiche näher zu bringen.

 

Der Girls´ Day versucht, dich so aktiv wie möglich einzubinden. Du lernst viel über die Bereiche Technik, Informatik, Handwerk und Naturwissenschaft und knüpfst erste Kontakte in der Arbeitswelt. Viele Aktionen des Girls´ Days werden von weiblichen Führungskräften begleitet und unterstützt. Auch zahlreiche prominente, weibliche Personen nehmen am Girls´ Day teil und können von dir begleitet werden.

Als Maßnahme der Berufsorientierung hat sich der Girls´ Day in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland etabliert. Das zeigen auch die hohen Teilnehmerinnenzahlen jedes Jahr.

Der Boys´ Day – ein Tag nur für Jungen

Das Äquivalent zum Girls´ Day für Mädchen ist der Boys´ Day für Jungen. Er ist nach demselben Prinzip wie der Girls´ Day aufgebaut und entwickelt worden.

Auch der Boys´ Day findet einmal jährlich, meistens Ende April statt und ist Teil einer geschlechtersensiblen Berufsorientierung. Zahlreiche Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen geben euch am Boys´ Day einen Einblick in ihre Arbeit. Vor allem jene Berufe und Tätigkeiten, in denen immer noch mehr Frauen als Männer beschäftigt sind, finden ihren Schwerpunkt in den Angeboten am Boys´ Day. Du bekommst die Möglichkeit, z.B. in soziale und pflegerische Berufe hinein zu schnuppern. Aber auch andere Berufsfelder, die zahlenmäßig immer noch von Frauen dominiert werden und aus diesem Grund als so genannte „Frauenberufe“ gelten, werden vorgestellt. Hierzu zählen beispielsweise Berufe mit verkäuferischen oder beratenden Tätigkeiten und solche aus den Bereichen Mode und Design. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, nehmen jedes Jahr zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen aus dem privaten und dem öffentlichen/ staatlichen Bereich am Boys´ Day teil.

Auf der Webseite des „Boys´ Day – Jungen- Zukunftstag“ könnt ihr euch im Vorfeld über das Angebot informieren. Alternativ lädst du die App auf dein Handy und lernst auf diesem Wege die Veranstaltungen des Boys´ Days kennen.

Da, genau wie beim Girls´Day, auch beim Boys´ Day darauf Wert gelegt wird, dass du tätig wirst und dich ausprobierst, sind die Angebote so gestaltet, dass du dich aktiv beteiligst. Neben dem Ausprobieren und Kennenlernen ermöglicht der Boys´ Day dir, dich mit Gleichaltrigen auszutauschen. Frei von wertenden Blicken oder Kommentaren kannst du dich uneingeschränkt mit den Angeboten auseinandersetzen, die aus verschiedenen Gründen sonst vor allem Mädchen vorbehalten sind. Insofern kann der Boys´ Day auch als geschützter Raum gesehen werden, in dem du dich uneingeschränkt ausprobieren und deine Stärken austesten kannst. Die Verantwortung der teilnehmenden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber besteht darin, diese Atmosphäre zu schaffen und zu sichern. Du wirst sehen: Ein fairer und vorurteilsfreier Umgang miteinander beflügelt und ermutigt dich, bisher nicht beschrittene Wege zu gehen.

Der Girls´ Day und der Boys´ Day sind berufsorientierende Tage, die es dir ermöglichen, die Perspektive zu wechseln und frei von Bewertungen und Vorurteilen die sogenannten Männer- bzw. Frauendomänen kennenzulernen.